Und genau so war es am vergangenen Samstag in Lerbeck.
Natürlich stand dort offiziell noch ein Heimspiel unserer Herren gegen den bislang ungeschlagenen Tabellenführer LIT 5 auf dem Programm. Natürlich wurde harzfrei gekämpft, geflogen, verworfen, gehalten und gelegentlich auch der Pfosten zum heimlichen MVP des Gegners gekürt. Aber eigentlich wusste jeder in der Halle: An diesem Tag ging es um viel mehr als nur zwei Punkte.
Denn zum letzten Mal stand Stefan „Schmaddy“ Mattausch als Trainer an der Seitenlinie.
Und so wurde aus einem normalen Spieltag ein kleines Handball-Familientreffen. Schon im Vorfeld hatten Michi Frank und Timo Jankuhn gemeinsam mit vielen Helfern heimlich die Strippen gezogen. Weggefährten wurden eingeladen, ehemalige Spieler aktiviert, Freunde, Familie, Vorstandsmitglieder und alte Hallenbekannte zusammengerufen. Das Ergebnis: eine Halle voller Menschen, die Stefan ein letztes Mal als Trainer erleben wollten.
Und ganz ehrlich: Wer die Lerbecker Halle kennt, weiß — voller als an diesem Nachmittag ist sie selten.
Während die Kinder in der Parallelhalle kletterten, tobten und vermutlich mehr Energie verbrauchten als beide Mannschaften zusammen, wurde draußen aufgebaut, geschnackt, vorbereitet und organisiert. Kuchenbuffet, Bratwurst, Salate, Getränke — es fehlte an nichts. Außer vielleicht an Sitzplätzen.
Kurz vor dem Anpfiff wurde es dann emotional. Anna, Dani und Michi fanden genau die richtigen Worte für jemanden, der den Handball in Barkhausen über Jahre geprägt hat wie kaum ein anderer. Natürlich wurde applaudiert. Natürlich wurde gelacht. Und ganz sicher mussten einige plötzlich „wegen der Hallenluft“ blinzeln.
Pünktlich um 15 Uhr begann dann doch noch das Spiel.
Und Barkhausen zeigte direkt: Zuhause gibt man sich nicht kampflos geschlagen. Über 3:1 und 5:3 wurde munter vorgelegt, ehe LIT langsam ernst machte und in der 13. Minute erstmals ausglich. Danach zeigte der Tabellenführer, warum er bislang ungeschlagen ist, und zog bis zur Pause auf 11:15 davon.
Doch wer dachte, Barkhausen würde sich ergeben, kennt diese Mannschaft schlecht. Trotz zwischenzeitlichen Rückstands kämpfte sich das Team immer wieder heran, verkürzte noch einmal auf 23:29 und ließ sich auch vom 24:30-Endstand nicht die Stimmung verderben.
Zumal der eigentliche Sieger des Tages sowieso schon feststand.
Eine besondere Randnotiz: Die Bank der Barkhauser war diesmal außergewöhnlich gut besetzt — gleich drei Mattauschs nahmen Platz, denn beide Söhne wollten sich den Abschied ihres Vaters nicht entgehen lassen. Ein schönes Bild. Und vielleicht auch ein kleiner Wink für die kommende Saison: So eine volle Bank darf gerne Schule machen.
Nach dem Abpfiff wurde bei bestem Wetter noch lange zusammengesessen, erzählt, gelacht und erinnert. Die Fotobox lief heiß, Gruppenbilder entstanden im Minutentakt und vermutlich gibt es jetzt irgendwo mindestens zwölf Fotos, auf denen irgendwer eine Bratwurst in der Hand hält.
Was bleibt, ist vor allem eines: Dankbarkeit.
Danke, Stefan, für unzählige Trainingseinheiten, Nerven aus Stahl, lautstarke Ansagen, ehrliche Worte, deinen Einsatz für den Handball — und dafür, dass du diesen Verein mitgeprägt hast.
Und keine Sorge:
Ganz geht man ja bekanntlich nie.
Die Tribüne wartet schon. 😊
- Schamddy mit dem Vorstand v.l.n.r. Christian Tyrock, Anna Dreckmeier, Daniela Knicker, Schmaddy und Timo Jankuhn
- Der Vorstand verabschiedet sich von Schmaddy
- Geschenk Übergabe vom Vorstand
- Schamddy sagt Danke
- Team Time-Out
- Schmaddy verlässt das Spielfeld
- kurze Besprechung nach dem Spiel
- volle Tribüne
- Geschenk von Schmaddys Frau Bettina zum Abschied
- Timo als Nachfolger bedankt sich bei Schmaddy
- Abschiedsgeschenk von der Mannschaft für Schmaddy
- Die Mitglieder und ehemaligen verabschieden Schmaddy
- der geschäftsführende Vorstand aus dem Jubiläumsjahr 1992 – Klaus Weihe, Stefan Mattausch, Wolfgang Tyrock












