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Fußball-News

Die „Fairplay-Liga“

Jedes Wochenende das gleiche Bild: Schreiende Trainer und lautstarke Mütter und Väter, die ihre Kleinen zu sportlichen Höchstleistungen motivieren wollen. Da soll der kleine Max (6 Jahre) den Doppelpass mit Moritz (7 Jahre) spielen oder Paul (8 Jahre) soll endlich mal mit gesunder Härte seinen Gegner vom Ball trennen, um dann das Konterspiel seiner Mannschaft über den Flügel einzuleiten. Nett gemeint, aber bitte nicht im Jugendfußball.


Um den Nachwuchskickern alle Möglichkeiten für ihre Entwicklung zu geben, gibt es seit
dieser Saison im Bereich der G- und der F-Jugend die neue FAIRPLAY-Liga! Ziel ist es, Kreativität, Mut, Spielfreude, Entscheidungsfreude und Selbstvertrauen der Kinder zu fördern. Eigenverantwortung bereits in jungen Fußballerjahren zu vermitteln: Kinder, die Fairplay aktiv erleben, haben es mit zunehmendem Alter leichter, auf dem Spielfeld die emotionale Balance zu wahren und die eigene Verantwortung für das Gelingen eines gemeinsamen und fairen Spiels wahrzunehmen. Kinder profitieren nachhaltig von ihren eigenen Erfahrungen mit dem aktiven Fairplay und begegnen später Gegenspielern und Schiedsrichtern mit mehr Respekt. Die Kinder können ihren Fairplay Gedanken auf die Zuschauer/Fans übertragen. Kinder entwickeln früh und nachhaltig soziale Kompetenzen. Die FAIRPLAY-LIGA ist eine aktive Veränderung der bisherigen Spielgrundlagen, die sich im Spielbetrieb des Kinderfußballs bewährt hat. Sie bietet jedem Beteiligten die Chance, es nächste Woche besser zu machen.
Vor dem Spiel treffen sich beide Mannschaften am Mittelkreis.
Nach der Platzwahl begrüßen sich die Spieler beider Mannschaften per Handschlag.
Das Spiel:
Es gelten die normalen Fußball-Regeln für die jeweiligen Altersklassen. Dazu kommen
jedoch drei ganz entscheidende Zusätze:
1. Die Schiedsrichter-Regel
Die Regeln im Fußball sind einfach. Die Kinder entscheiden selbst und spielen ohne Schiedsrichter. Da kein Schiedsrichter auf dem Platz ist, lernen die Kinder, Verantwortung für sich selbst und Mitverantwortung für andere zu übernehmen. Sie lernen, Entscheidungen zu treffen und zu akzeptieren. Die finale Einhaltung der Spielregeln obliegt den Trainern, die am Spielfeldrand gemeinsam in der Coachingzone stehen und bei strittigen Entscheidungen gemeinsam eingreifen.
2. Die Fan-Regel
Die Eltern und Fans halten Abstand zum Spielfeld. Durch eine ca. 15 m vom Spielfeld entfernte ,,Eltern- und Fanzone“ wird die direkte Ansprache an die Kinder von außen unterbunden. Die Kinder können so ihre eigene Kreativität im Spiel entfalten. Das Spiel wird den Kindern ,,zurückgegeben“. Anfeuern ja – steuern nein!
3. Die Trainer-Regel
Die Trainer begleiten das Spiel aus der Coachingzone. Sie verstehen sich als Partner im sportlich fairen Wettkampf und verstehen sich als Vorbilder. Sie geben nur die nötigsten Anweisungen. Die finale Einhaltung obliegt den Trainern.
Nach dem Spiel verabschieden sich beide Mannschaften am Mittelkreis.

Ausgedacht hat sich das Ganze Ralf Klohr, Jugendtrainer aus Aachen. Grund war ein abgebrochenes F-Jugend-Spiel, bei dem sich Eltern wegen einer Schiedsrichterentscheidung vor den eigenen Kindern geprügelt hatten. Für sein Engagement hat Ralf Klohr 2010 vom DFB die ‚Fair ist mehr‘-Auszeichnung erhalten. Auch der TuS Porta Barkhausen hat sich das Thema „Fairplay“ auf die eigene Fahne geschrieben. Schon seit längerem findet man auf der Homepage des TuS den Verhaltenskodex für Eltern.

Mit sportlichen Grüßen
Roland Imberg (Trainer C-Lizenz)
Jugendobmann Sparte Fußball

Quelle: FLVW Kreis 23 Minden, FAIRPLAY-Liga

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